Vorlesungsverzeichnis Wintersemester 2019/20

Veranstaltungsnr.: 040636 (Hauptseminar B.A. / M.A.)

Treffpunkt der Kulturen: Das Straßennetz und die Raststätten im mittelalterlichen Anatolien (13. Jh.)

Dozent/in:
Prof. Dr. Neslihan Asutay-Effenberger

Zeit:
Freitags, jeweils 10-12 und 12-14 Uhr am 11.10. (Einführung und Referatsvergabe); 25.10.; 08.11.; 29.11.; 13.12.; 10.01.20; 24.01.20
Raum/Ort:
GA 6/62
Beginn:
11.10.2019
Workload:
60 h, 120 h, 240 h oder 300 h
Kreditpunkte:
2, 4, 8 oder 10 CP

Inhalte:
Für militärische Operationen, Kurierreisen, Pilger und Händler benötigte man ein ausgebautes Straßennetz und damit verbundene logistische Einrichtungen wie Raststätten für Personen und Tiere. Auf diesen weitverzweigten Wegen vollzog sich auch ein permanenter kultureller Austausch. Aus den Quellen erfahren wir, dass Anatolien seit persischer Zeit mit Straßen und Herbergen ausgestattet war. In der römischen Kaiserzeit wurde das von den Persern übernommene Straßennetz erweitert, wobei nun auch die Hafenstädte wichtige Endstationen bildeten. In der byzantinischen Zeit wurden die römischen Straßen überwiegend weiter benutzt und zum Teil ausgebaut. Ab dem 11. Jahrhundert waren die Seidenstraße bzw. die Handelsrouten in Anatolien in der Hand der Seldschuken. Die Seldschuken waren jetzt für die Sicherheit der Reisenden, vor allem der Händler, aber auch der Kuriere verantwortlich. Die Ökonomie blühte und der Wohlstand erreichte, vor allem in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts, einen Höhepunkt. Ein Netzwerk von Karawansereien war hierfür unabdingbar. In Anatolien sind ca. 200 seldschukische Karawansereien bekannt, die überwiegend dem 13. Jahrhundert angehören. Im Seminar wird das Straßensystem Anatoliens in persischer, römischer und byzantinischer Zeit behandelt, wobei der Schwerpunkt auf die seldschukischen Straßen und auf ausgewählte Raststätten gelegt wird, deren Architektur und dekorative Ausstattung herausgearbeitet werden sollen.
Einführende Literatur:
(Je nach Referatsthema und Sprachkenntnissen der Studierenden, die ein Referat übernehmen, wird weitere Literatur empfohlen)

Aslanapa, Oktay, Turkish Art and Architecture, London 1971.

Cahen, Claude: Pre-Ottoman Turkey: A General Survey of the Material and Spiritual Culture and History, c. 1071–1330, London 1968.

Crane, Howard, Notes on Saldjūq Architectural Patronage in Thirteenth Century Anatolia, in: Journal of the Economic and Social History of the Orient, 36, No. 1 (1993) 1-57.

Erdmann, Kurt: Das anatolische Karavansaray des 13. Jahrhunderts. Teil I, II (Berlin 1961), Teil III (Berlin 1976). Teil III mit Hanna Erdmann.

Hild, Friedrich, Das Byzantinische Straßensystem in Kappadokien, Wien 1977

Miller, Konrad, Itineraria Romana. Römische Reisewege an der Hand der Tabula Peutingeriana., Stuttgart 1916 [Nachdruck: Bregenz 1988].

Rathmann, Michael, Untersuchungen zu den Reichsstraßen in den westlichen Provinzen des Imperium Romanum, Mainz 2003.

Tükel Yavuz, Ayşıl, The concepts that shape Anatolian Seljuq Caravansarais, in: Muqarnas 14 (1997), 80–95.
Voraussetzungen für die Vergabe von Kreditpunkten:
Die An- und Abmeldung zu der Veranstaltung erfolgt vom 1. August (ab 12 Uhr) bis zum 18. Oktober (bis 12 Uhr) über CAMPUS. Danach sind An- und Abmeldungen nicht mehr möglich.

Die versierte, eigenständige Nutzung wissenschaftlicher Diskursformen in Wort und Schrift (Produktion und Rezeption) wird stets optimiert und in der Gruppe reflektiert. Die kommunikativen Fähigkeiten werden zudem durch eine vor Originalen geschulte Wahrnehmung auf fortgeschrittenem Niveau ausgebaut. Wissens- und Kompetenzerwerb und die damit einhergehende Kreditierung setzt daher die kontinuierliche aktive Teilnahme am dialogischen Austausch im Plenum voraus.

Die Übernahme seminarischer Beiträge wie Referate oder mündl. Prüfungen sind als Studienleistung verbindlich. Sollten Sie einen Termin ohne triftigen Grund versäumen oder kurzfristig absagen, wird die Leistung mit "nicht ausreichend" bewertet. In CAMPUS erfolgt der Eintrag "nicht bestanden". Dies gilt auch für geleistete Beiträge, die nicht den Ansprüchen eines kleinen Leistungsnachweises genügen.