Vorlesungsverzeichnis Wintersemester 2019/20

Veranstaltungsnr.: 040647 (Praxisseminar/Übung M.A.)

„Weltkulturerbe Ruhrgebiet" - Industriedenkmäler, Siedlungen und andere bauliche Strukturen als Gegenstände eines UNESCO Weltkulturerbe-Antrages

Dozent/in:
Dr. Hans Hanke

Zeit:
Vorbesprechung Fr. 18.10., 14-16 Uhr; Seminar Fr. 08.11. und 22.11., 14-17 Uhr in Raum GA 6/62; Exkursion Fr. 17.01., 13-17 Uhr Dortmund, Zollern Hansa; Seminar Fr. 31.01., 14-17 Uhr in Raum GA 6/62; Exkursion Sa. 07.03., 10-18 Uhr Essen, Zollverein u.a.; Exkursion Sa. 14.03., 10-18 Uhr Klöster Corvey, Dahlheim
Raum/Ort:
GA 6/62
Beginn:
18.10.2019
Workload:
90 h
Kreditpunkte:
3 CP

Inhalte:
Termine
V 18.10. Fr 14:00 – 16:00
S 08.11. Fr 14:00 – 17:00
S 22.11. Fr 14:00 – 17:00
E 17.01. Fr 13:00 – 17:00 Dortmund, Zeche Zollern, Kokerei Hansa.
S 31.01. Fr 14:00 – 17:00
E 07.03. Sa 10:00 – 18:00 Essen, Zeche Zollverein u.a.
E 14.03. Sa 10:00 – 18:00 Klöster Corvey, Dahlheim



„Die UNESCO verleiht den Titel Welterbe (Weltkulturerbe und Weltnaturerbe) an Stätten, die aufgrund ihrer Einzigartigkeit, Authentizität und Integrität weltbedeutend sind und von den Staaten, in denen sie liegen, für den Titel vorgeschlagen werden,“ heißt es richtig bei Wikipedia. Die Konvention der Welterbeliste trat 1975 mit 12 Objekten in Kraft. 2019 umfasst diese Liste rund 1100 Stätten in 167 Ländern. Zu den Kriterien der Auswahl gehören unter anderen diese beiden: „1. Die Güter stellen ein hervorragendes Beispiel eines Typus von Gebäuden, architektonischen oder technologischen Ensembles oder Landschaften dar, die einen oder mehrere bedeutsame Abschnitte der Geschichte der Menschheit versinnbildlichen. 2. Die Güter stellen ein hervorragendes Beispiel einer überlieferten menschlichen Siedlungsform, Boden- oder Meeresnutzung dar, die für eine oder mehrere bestimmte Kulturen typisch ist, oder der Wechselwirkung zwischen Mensch und Umwelt, insbesondere, wenn diese unter dem Druck unaufhaltsamen Wandels vom Untergang bedroht wird.“

Kann das Ruhrgebiet unter dieser Maßgabe ein Weltkulturerbe ausweisen? Der Versuch läuft. Im ersten Anlauf 2014 wurde das Ruhrgebiet nicht zum Unesco-Weltkulturerbe. Die Experten-Jury empfahl der federführenden Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur in Dortmund, die Pläne „aktiv weiter zu entwickeln“, die Pläne „mit Blick auf eine Konzentration der besonderen prägenden Stätten und Objekte aktiv weiter zu entwickeln“. Auf der Welterbe-Vorschlagsliste fanden sich mit der Henrichshütte in Hattingen und dem Hochofen im Duisburger Landschaftspark Nord gleich zwei Stahlwerke, mit Eisenheim in Oberhausen und der Margarethenhöhe in Essen zwei Vorzeige-Siedlungen, mit Zollern II/IV in Dortmund, der Zeche Nachtigall in Witten, der Zeche Hannover in Bochum, Zeche Carl in Essen und der Zeche Prosper in Bottrop etliche Dreingaben zur Welterbe-Zeche Zollverein.

Wir wollen die Bewerbung und die Kommissionsentscheidung nachvollziehen, um uns einer eigenen Meinung zu nähern. Was sind die denkmalpflegerischen Herausforderungen, die Argumente für und gegen ein Weltkulturerbe? Zur Maßstabsfindung gehören unter anderem auch Besuche bei den Welterbestätten Zeche Zollverein und Kloster Corvey im Vergleich zu den ebenfalls bedeutenden LWL-Museen Zeche Zollern und Kloster Dahlheim.
Einführende Literatur:
Zur ersten Orientierung:

www.wikipedia.org/wiki/UNESCO-Welterbe (oben zitiert)
www.route-industriekultur.ruhr
www.schloss-corvey.de
www.lwl.org/LWL/Kultur/kloster-dalheim

Thomas Parent: Das Ruhrgebiet. Vom „goldenen“ Mittelalter zur Industriekultur. Dumont Kunstführer. Köln 2000

Regionalverband Ruhr, Hg.: Baukulturplan Ruhr. 2300 Objekte zur Architektur und Landschaftsarchitektur aufgeführt nach Epochen, Gebäudetypen und Architekten. Essen 2009

Jens Dirksen: Warum das Ruhrgebiet nicht Unesco-Weltkulturerbe wurde. In: WAZ, 15.06.2014 (oben zitiert)

Marco Cattaneo, Jasmina Trifoni: Weltkulturerbe. Die Kulturmonumente. Vercelli 2002/03

IAWHP, International Association of World Heritage Professionals e.V., Andreza André da Rocha (ed.): Challenges for interpretation, conservation and development. Berlin 2012
Voraussetzungen für die Vergabe von Kreditpunkten:
Die An- und Abmeldung zu der Veranstaltung erfolgt vom 1. August (ab 12 Uhr) bis zum 18. Oktober (bis 12 Uhr) über CAMPUS. Danach sind An- und Abmeldungen nicht mehr möglich.

Die versierte, eigenständige Nutzung wissenschaftlicher Diskursformen in Wort und Schrift (Produktion und Rezeption) wird stets optimiert und in der Gruppe reflektiert. Die kommunikativen Fähigkeiten werden zudem durch eine vor Originalen geschulte Wahrnehmung auf fortgeschrittenem Niveau ausgebaut. Wissens- und Kompetenzerwerb und die damit einhergehende Kreditierung setzt daher die kontinuierliche aktive Teilnahme am dialogischen Austausch im Plenum voraus.

Die Übernahme seminarischer Beiträge wie Referate oder mündl. Prüfungen sind als Studienleistung verbindlich. Sollten Sie einen Termin ohne triftigen Grund versäumen oder kurzfristig absagen, wird die Leistung mit "nicht ausreichend" bewertet. In CAMPUS erfolgt der Eintrag "nicht bestanden". Dies gilt auch für geleistete Beiträge, die nicht den Ansprüchen eines kleinen Leistungsnachweises genügen.